Donnerstag, 15. September 2011
Aufstieg vom Bergsteigerdorf Vent zur Martin Busch-Hütte (Samoar-Hütte) auf 2501 m. Auf dem Weg zur Hütte begegnen wir meinem Vater, dem Schriftsteller und Alpenkenner Prof. Dr. Hans Haid. Er war schon unzählige Male bei den Schaftrieben mit dabei und steht immer wieder Filmteams beratend zur Seite. Die TeilnehmerInnen folgen interessiert seinen Erzählungen über Schaftriebe, Ötzi und die Saligen Frauen.

Freitag, 16. September 2011
Herrliches Wetter für unseren Gipfeltag. Die Besteigung der Kreuzspitze, mit 3455 m der höchste Wanderberg der Ostalpen, steht auf dem Programm.
Am Gipfel erwartet uns herrlichste Fernsicht bis in die Ortler- und Berninagruppe. In Bildmitte ist die Finailspitze zu erkennen.

Samstag, 17. September 2011
Um 7 Uhr geht es los. Die Schafe in ihrer Pferch sind schon unruhig, die Erfahrenen unter ihnen wissen, dass es jetzt gleich losgeht. Kaum ist das Tor der Pferch offen, strömen die Schafe Richtung Niedertal. Anfangs sind sie so schnell, dass wir fast Mühe haben, ihnen zu folgen.
Vor dem Niederjochferner gibt es eine ausgiebige Rast. Einige der Treiber steigen inzwischen auf den Gletscher, suchen den besten Weg für die Schafe und bilden links und rechts ein Spalier, damit die Schafe nicht ausbrechen können. Sehr geordnet überqueren die Schafe dann das Eis. Nur hin und wieder möchte eines der Schafe umdrehen.

Sobald die Schafe das Niederjoch mit der Similaunhütte (3019 m) erreicht haben, spüren sie instinktiv, dass das Schwierigste hinter ihnen liegt. Auch die Hirten und TreiberInnen (ja, auch einige junge Frauen sind dabei!) gönnen sich eine Pause, kehren in der Similaunhütte ein.
Weiter unten im Tisental gibt es wieder eine lange Rast. Die Schafe können endlich wieder einmal in Ruhe fressen. Unten im Tal, in Vernagt, werden sie bereits erwartet.
Schaffest in Vernagt
Die letzten paar hundert Höhenmeter nach Vernagt werden die Schafe wieder unglaublich schnell. Ich muss fast laufen, um noch vor ihnen unten zu sein und eine gute Fotografier-Position zu suchen. Dann kommen sie: erst einige wenige Schafe, dann strömen sie dicht an dicht in die Pferch. Die Bauern warten bereits und versuchen, aus dem wogenden Meer an wollenen Rücken ihre eigenen Schafe herauszufischen.
Beim Schaffest in Vernagt wird der gelungene Schafabtrieb gebührend gefeiert:

Vorschau 2012
Die Begeisterung der TeilnehmerInnen ist so ansteckend, dass ich spontan beschließe, im September 2012 wieder eine Tour zum Schaftrieb in den Ötztaler Alpen auszuschreiben.
Lesen Sie hier die Tourenbeschreibung (
pdf-Datei, 1,2 MB)
Bildergalerie
Klicken Sie auf eines der Fotos und in einem neuen Fenster öffnet sich die Dia-Show mit allen 30 Fotos (alle Fotos: Barbara Haid).
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Created with Arclab Thumb Studio 1.5









Doppel-CD mit authentischen Aufnahmen;
In: Edelweiß aktuell. Quartalsmagazin für Mitglieder des Alpenvereins Edelweiß. Nr. 3, Sommer 2010, S. 8-9.
Das Schaf ist überall - auf allen Kontinenten und in allen Religionen. Es steht am Beginn der Zivilisation und Sesshaftwerdung, nährt und wärmt, wird geschlachtet, geschächtet, geopfert und verehrt.
Dieser repräsentative Bildband dokumentiert erstmals zusammenhängend in Wort und Bild die Geschichte und lebendige Kultur der Transhumanz in den Ötztaler Alpen.