Ben Nevis & Kintyre

Schottland, Juni 2017
Von den Highlands ans Meer

 

Highlands & Kintyre

Als ich 1991 in Schottland war, kam ich auf dem Weg mit dem Zug nach Mallaig und weiter zur Isle of Rum auch durch Fort William. Kurz ließen die Wolken einen Blick auf den Ben Nevis zu und ich nahm mir vor, zurückzukommen und auf den Ben Nevis zu steigen.
26 Jahre sollte es dauern …
Erst als ich den Plan fasste, nach und nach die jeweils höchsten Berge der europäischen Länder zu besteigen, fiel mir auch der Ben Nevis wieder ein. Nach einigen Recherchen über Flugverbindungen, Anstiegswege, Buslinien, Unterkünfte stand meine 6-Tages-Tour fest. Dann kam allerdings noch der Plan dazwischen, doch nicht nach Mallaig (Startpunkt für die Überfahrt auf Isle of Skye), sondern liebe Freunde auf Kintyre zu besuchen. Laut Landkarte ganz woanders und es schien erst eher unmöglich, öffentlich dorthin zu kommen. Aber siehe da, ich fand doch eine Busverbindung über Oban und buchte mir ein Ticket. Zwei Wochen vor meiner Reise teilte mir das Busunternehmen mit, dass dieser Sonntags-Kurs gestrichen wurde. Also nochmals umplanen und doch die Verbindung über Glasgow wählen. Und es hat alles tatsächlich so geklappt wie geplant!

 

Anreise mit der West Highland Line

Anfang Juni ging es erst nach Glasgow und dann weiter mit dem Zug nach Fort William. Die Fahrt über das Rannoch Moor war der eindrucksvollste Teil der Reise: düstere, abendliche, verregnete Wolkenstimmung, keine Menschen, nur vereinzelt Hirsche.
An der Zugstation Rannoch Moor wurde übrigens eine Szene von Trainspotting gedreht und beim Viadukt der Zuglinie zwischen Fort William und Mallaig wurde die berühmte Harry Potter-Szene gedreht.

 

Auf den Ben Nevis

In den vier Tage in Fort William erlebte ich richtiges schottisches Wetter: Regen, Wolken, hin und wieder einmal Sonne. Aber ich hatte Glück und für den Ben Nevis erwischte ich einen trockenen Tag! Die überaus nette Gastgeberin in meinem B&B Guisachan House hat sich sogar für das Wetter entschuldigt.

Der Ben Nevis, der höchste Berg des Vereinigten Königreiches, ist mit 1344 m eigentlich für unsere Begriff nicht hoch. Durch seine nördliche Lage und den Umstand, dass man auf Meeresniveau startet, ist es durchaus eine ansprechende Bergtour. Den Ausblick vom Gipfel konnte ich aufgrund des Nebels nicht genießen, aber die Wolkenstimmung über den Highlands und dem Meeresarm bei Fort William war auch eindrucksvoll.

Eines haben viele schottische Bergsteiger mit vielen österreichischen Bergsteigern gemeinsam: Sie sammeln 3000er. In Schottland sind es eben die 3000 Fuß (also ca. 1000 m) hohen Gipfel, die so genannten „Munros“.

 

Schafe, Wildes Meer & Sandstrand auf Kintyre

Nach den Tagen in Fort William ging es mit dem Bus wieder zurück nach Glasgow (bei Dauerregen) und dann weiter nach Kintyre, einer Halbinsel der südlichen Hebriden. Dort hat sich eine Freundin samt Familie angesiedelt und ich wollte sie unbedingt einmal besuchen.
Eine kleine Halbinsel, aber landschaftlich sehr vielfältig. Wildes Meer an der Westküste (Richtung Islay) und ruhiges Meer mit Sandstrand an der Ostküste (Richtung Arran). Dazu der Hauptort Campbeltown und unzählige Schafe und Rinder.
Von Campbeltown ging es dann per Flugzeug zurück nach Glasgow. Ursprünglich hätte es ein kleines Flugzeug sein sollen, das war aber irgendwo blockiert und so flogen wir 4 Passagiere in einem ca. 34-sitzigen Flugzeug.